Geschichte des Hauses Freihardt
Geschichte des Hauses Freihardt
Ehrliches Essen seit 1973
Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht der Name Freihardt an der Hauptstraße 81 in Heroldsberg für Handwerk, Gastfreundschaft und gelebte Familientradition. Doch die Geschichte dieses Hauses beginnt noch früher: Bereits in den 1920er-Jahren wurde das Gebäude erbaut – und schon damals gehörten Metzgerei und Gastronomie untrennbar dazu. Wo sich heute unser Wintergarten befindet, lag einst die Terrasse des Café Herold; daneben prägte die Schweinemetzgerei Raab das Haus und den Ort.
Im Jahr 1973 übernahmen Rosa und Hans Freihardt die Metzgerei. Ein junges Ehepaar mit Oberpfälzer Wurzeln, viel Mut, Fleiß und dem festen Willen, sich etwas Eigenes aufzubauen. Kennengelernt hatten sich die beiden in Nürnberg bei der Metzgerei Walter – ein schöner Zufall, denn Frau Walter, geborene Raab, war nicht nur Rosas damalige Lehrherrin, sondern stammte auch aus dem Haus in der Heroldsberger Hauptstraße. So verband sich persönliche Geschichte mit handwerklicher Tradition auf ganz besondere Weise.
Damals war Heroldsberg ein anderer Ort: 1973 gab es sage und schreibe sieben Metzgereien. Wer bestehen wollte, brauchte mehr als gute Produkte – man brauchte Ausdauer, Verlässlichkeit und ein echtes Gespür für die Menschen. Rosa und Hans Freihardt gingen diesen Weg über viele Jahre mit großer Hingabe. Nach 26 Jahren Pacht entschieden sie sich, das Anwesen zu kaufen, grundlegend zu sanieren und dem heutigen Restaurant neues Leben einzuhauchen – zunächst als Steakhaus.
Die Anfangsjahre waren anspruchsvoll und fordernd. 1997 holten Rosa und Hans ihren Sohn Hans-Jürgen zurück in den elterlichen Betrieb – früher, als es sein eigener Weg eigentlich vorgesehen hatte. Seine Lehr- und Wanderjahre hatten ihn bereits geprägt: die Metzgerlehre im Familienbetrieb, die Kochlehre im Restaurant Bammes, ausgezeichnet mit einem Stern im Guide Michelin, und die Zeit als jüngster Chef de Partie bei Feinkost Käfer in München. Mit diesem Wissen, dieser Erfahrung und einer großen Portion Leidenschaft brachte Hans-Jürgen neue Impulse nach Heroldsberg, um aus Finanziellen Schwierigkeiten zu kommen erweiterte H.-J. als erstes den Party- und Cateringservice und machte das Freihardt zu dem was es heute ist.
Seitdem ist das Freihardt Schritt für Schritt gewachsen. Jahr für Jahr wurde renoviert, erweitert, verändert und weitergedacht – immer mit dem Ziel, aus diesem besonderen Ort das zu machen, was er heute ist: ein Haus, in dem Metzgerhandwerk, Küche, Wein, Atmosphäre und ehrliche Gastfreundschaft zusammenfinden.
Und die Geschichte geht weiter. Lisa-Marie Freihardt, Tochter von Simone und Hans-Jürgen Freihardt, wächst langsam in den elterlichen Betrieb hinein. Noch arbeitet sie im Hintergrund und macht sich mit den vielen Aufgaben eines Familienbetriebs vertraut. Ihre Ausbildung absolvierte sie im renommierten Essigbrätlein in Nürnberg, ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen. Ihre Kenntnisse im Service und rund um das Thema Wein vertieft sie derzeit im Restaurant Zweisinn in Nürnberg, das ebenfalls mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist.
Wohin die Reise führt, wird die Zukunft zeigen. Eines aber ist sicher: Das Haus Freihardt bleibt ein Familienbetrieb mit Geschichte, Herz und Haltung – verwurzelt in Heroldsberg, gewachsen über Generationen und offen für alles, was noch kommt.